Hubert Aiwanger: Die Ungewissheit nach dem Tod des bayerischen Wirtschaftsministers

Hubert Aiwanger: Die Ungewissheit nach dem Tod des bayerischen Wirtschaftsministers

Hubert Aiwanger, bayerischer Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident, ist im Alter von 55 Jahren in einem Berliner Hotel tot aufgefunden worden. Der Chef der Freien Wähler sollte an diesem Tag ein neues Hauptstadtbüro seiner Partei eröffnen, sagte den Termin aber kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen ab. Danach war er nicht mehr erreichbar.
Tod in Berlin
Aiwanger wurde im Bezirk Mitte in seinem Zimmer entdeckt. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet, das die genaue Todesursache, den Ablauf und ein mögliches Fremdverschulden klären soll. Eine Mordkommission des Landeskriminalamts ist eingeschaltet, nach Angaben der Behörde handelt es sich dabei nicht um strafrechtliche Ermittlungen gegen eine bestimmte Person. Die Todesursache soll eine Obduktion klären.
Weg nach München
Geboren wurde Aiwanger am 26. Januar 1971 in Ergoldsbach im Landkreis Landshut. 2008 zog er erstmals in den Bayerischen Landtag ein, zwei Jahre später übernahm er den Bundesvorsitz der Freien Wähler, nachdem er bereits 2006 an die Spitze des bayerischen Landesverbands gerückt war. Nach der Landtagswahl 2018 wurde er stellvertretender Ministerpräsident und Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.
Ämter und Mandate
Aiwanger behielt seine Ämter auch nach der Landtagswahl 2023. Bei den bayerischen Kommunalwahlen im Frühjahr 2026 erzielten die Freien Wähler unter seiner Führung Erfolge.
Ein Jahr zuvor war er zum Landesvorsitzenden der Freien Wähler in Bayern wiedergewählt worden, am 14. November 2026 wollte er sich auch als Bundesvorsitzender erneut bestätigen lassen. Daneben saß er im Aufsichtsrat der Flughafen München GmbH. Privat lebte er mit der Freie-Wähler-Landrätin Tanja Schweiger zusammen, das Paar hatte zwei Kinder.
Reaktionen aus der Politik
Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnete Aiwanger als streitbaren Politiker, der leidenschaftlich für seine Überzeugungen eingetreten sei. Ministerpräsident Markus Söder nannte den Tod eine absolute Tragödie, Bundesminister Cem Özdemir beschrieb Aiwanger als Politiker mit Ecken und Kanten.
AfD-Chefin Alice Weidel sprach von einer traurigen Nachricht, Wirtschaftsverbandsfunktionär Bertram Brossardt würdigte ihn als Vollblutpolitiker und energischen Streiter für Unternehmensinteressen. Landtagspräsidentin Ilse Aigner nannte seinen Tod einen schweren Verlust für den Bayerischen Landtag.
Trauer in Bayern
Markus Söder ordnete nach dem Tod Hubert Aiwangers Trauerbeflaggung an staatlichen Dienstgebäuden in Bayern an.







