Gadi Eisenkot: Die Absage an Netanyahu, die ihn zum Königsmacher macht

Gadi Eisenkot: Die Absage an Netanyahu, die ihn zum Königsmacher macht

Israels Staatspräsident hat Gadi Eisenkot am Sonntag, dem 8. November 2026, offiziell mit der Ausarbeitung einer Regierungskoalition betraut. Die vorangegangene Parlamentswahl vom 27. Oktober 2026 hatte weder dem rechtsreligiösen Lager um den amtierenden Ministerpräsidenten noch dem zentristischen Oppositionsbündnis eine eigene Mehrheit eingebracht. Eisenkot lehnt den öffentlichen Vorstoß für eine Regierung der nationalen Einheit strikt ab.
Bei den parteiübergreifenden Konsultationen sprachen sich 67 der insgesamt 120 Abgeordneten für ihn aus. Für die Verhandlungen zur Regierungsbildung verbleibt nun eine Frist von 28 Tagen.
Die Wahl zur 26. Knesset markiert die erste reguläre Parlamentswahl seit 1988, welche fristgerecht zum gesetzlichen Turnus stattfand. Rund 7,3 Millionen Bürger waren stimmberechtigt, wobei 38 Listen antraten und die Sperrklausel bei 3,25 % lag. Da beide traditionellen Blöcke die erforderliche Mehrheit von 61 Sitzen verfehlten, rückt der Jaschar-Vorsitzende jetzt in eine entscheidende politische Schlüsselrolle.
Wofür steht Gadi Eisenkot?
Diese Haltung bildet das Fundament seiner politischen Positionierung: Der ehemalige Armeechef fordert eine lückenlose Aufklärung der historischen Versäumnisse im Sicherheitsapparat als Grundvoraussetzung für jede parlamentarische Zusammenarbeit. Damit grenzt er sich deutlich von der bisherigen Regierungsspitze ab, welche die Einsetzung einer staatlichen Untersuchungskommission bislang blockiert hat.
Welche Entscheidung hat ihn geprägt?
Als der amtierende Ministerpräsident öffentlich zu einer Einheitsregierung aufrief, erteilte der Oppositionsführer dem Angebot eine Absage. Das rechtskonservative Lager warnt vor Koalitionen, die auf die Unterstützung arabischer Fraktionen angewiesen sind, und argumentiert, ein solches Bündnis würde die staatliche Souveränität schwächen.
Der designierte Premierminister stufte den Appell als rein taktisches Manöver ein und warf dem Kontrahenten vor, die gesellschaftliche Spaltung voranzutreiben. Anstelle des Koalitionsangebots fordert der Jaschar-Chef die Abgeordneten des Likud auf, sich von der bisherigen Führung zu emanzipieren, um den Weg für eine zentristische Allianz freizumachen.
Was plant Eisenkot als Nächstes?
Das zentristische Bündnis drängt die moderaten Kräfte der Gegenseite nun zu Kooperationen, um den politischen Druck auf die bisherige Führungsriege zu erhöhen. Parallel läuft die verfassungsmäßige Frist: Für die Kabinettsbildung stehen vier Wochen zur Verfügung, mit der Option auf eine zweiwöchige Verlängerung durch den Staatspräsidenten. Sollte dieser Versuch scheitern, sieht das Gesetz weitere Nominierungsrunden vor.
Ob dem Beauftragten die Formierung einer stabilen Mehrheit gelingt, hängt maßgeblich von potenziellen Abtrünnigen innerhalb des rechtskonservativen Blocks ab. Bislang hat sich keine der Kernfraktionen offiziell zu einem Wechsel der politischen Seiten bereiterklärt.







