Antonio Tajani: Die Haltung, die der Außenminister nach dem Hackerangriff zeigt

Antonio Tajani: Die Haltung, die der Außenminister nach dem Hackerangriff zeigt

Antonio Tajani, Italiens Außenminister, berichtet seit mehreren Tagen von Hackerangriffen gegen ihn und seine Familie. Sensible persönliche Daten der Familie sind nach seinen Angaben im Darknet aufgetaucht. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni macht dafür prorussische Hacker verantwortlich.
18 italienische Amtsträger stehen im Visier
Neben Tajani richten sich die Angriffe nach Angaben der italienischen Regierung gegen weitere Funktionsträger des Landes.
Seit dem 26. Oktober 2026 kursieren im Darknet nach Angaben der italienischen Behörden Zugangsdaten, Wohnadressen, Lebenslaufangaben und private Rufnummern aus dem Umfeld der italienischen Politik. Insgesamt 18 Personen sollen betroffen sein.
Die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet zudem von möglichen weiteren Zielen in Deutschland und Österreich, darunter Bundeskriminalamts-Präsident Holger Münch und der österreichische Eurojust-Präsident Michael Schmid; diese Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig bestätigen.
Warum Tajani die Angriffe mit der Ukraine-Unterstützung erklärt
Tajani vermutet nach eigener Darstellung, dass Italiens Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine der Grund für die Angriffe ist. Er beschreibt die Vorfälle als neue Bedrohungen und Einschüchterungsversuche gegen seine Person und sein Umfeld.
Giorgia Meloni stellt sich demonstrativ hinter ihren Außenminister. Sie bekundet ihre volle Solidarität mit Tajani und macht prorussische Hacker für die Angriffe verantwortlich. Zugleich fordert sie ein entschiedenes Vorgehen gegen die Urheber.
Die Gruppe NoName057(16) ist seit 2022 aktiv
Das Bundeskriminalamt dokumentiert, dass die Gruppe NoName057(16) erstmals öffentlich in Erscheinung trat, als Russland im Februar 2022 seine umfassende Invasion der Ukraine begann. Die Gruppe rekrutierte seither Unterstützer, denen sie Software für sogenannte DDoS-Angriffe zum Download anbot, mit der sich Freiwillige über eigene Ressourcen an Attacken beteiligen konnten.
Im Juli 2025 legte eine international abgestimmte Polizei- und Justizaktion unter Führung des Bundeskriminalamts und der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt die technische Infrastruktur und das Botnetz der Gruppe lahm. Nach Angaben des Bundeskriminalamts blieb NoName057(16) trotzdem weiter aktiv.
Wie Tajani auf die Drohungen reagiert
Der Außenminister erklärt, sich von den Vorfällen nicht einschüchtern zu lassen. Er betont, weiter an der Stärkung der Verbindungen mit Verbündeten arbeiten zu wollen und seinen politischen Kurs beizubehalten.







