Hochschuldidaktik in NRW: Warum Tobina Brinkers Abschied ein Kapitel schließt

Hochschuldidaktik in NRW: Warum Tobina Brinkers Abschied ein Kapitel schließt

Die wissenschaftliche Laufbahn von Prof. Dr. Tobina Brinker nahm ihren Anfang in einer bescheidenen Funktion: Was als kleine Referentenstelle begann, ist heute eine gemeinsame Einrichtung von 19 Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Nordrhein-Westfalen.
Das Netzwerk hdw nrw selbst war bereits 1998 von der Landesrektor:innenkonferenz NRW gegründet worden und erhielt eine Anschubfinanzierung vom Ministerium für Wissenschaft und Forschung NRW. Brinker übernahm die Einrichtung in einer frühen Phase und baute sie in den folgenden Jahren federführend auf.
Der Weg zur Hochschuldidaktik
Diese Kombination aus praktischer Trainingserfahrung und wissenschaftlicher Auseinandersetzung mit Medien im Lernkontext prägte später ihre Arbeit im Netzwerk.
Ein Forum wird zum Treffpunkt der Lehre
Eine zentrale Station war das erste Forum Hochschullehre, das im April 2003 in Bielefeld stattfand. Damals präsentierten 16 Mitgliedshochschulen neue Ideen für die Lehre.
Parallel dazu entwickelte sich die Website Lehridee.de zu einer wichtigen Plattform: Bereits im Jahr nach ihrer Gründung verzeichnete sie über 100.000 Benutzerzugriffe. 2006 übernahm die Geschäftsstelle in Bielefeld schließlich sämtliche Aufgaben des Netzwerks und wurde damit zur zentralen Anlaufstelle für die Mitgliedshochschulen.
2008 folgte ein weiterer wichtiger Schritt: Die inzwischen 20 Mitgliedshochschulen vereinbarten erstmals vertraglich ihre Zusammenarbeit und sicherten damit die Finanzierung des Netzwerks ab. Was anfangs eine einzige Geschäftsstelle mit nur einer Person war, wuchs mit den Jahren zu einem Leitungsteam heran, dem drei wissenschaftliche Mitarbeiter:innen sowie vier Beschäftigte für Koordination und Buchhaltung angehörten.
Engagement über das eigene Netzwerk hinaus
Ihr fachlicher Aktionsradius war keineswegs auf das Kernnetzwerk begrenzt. Ihr überregionaler Einfluss spiegelte sich zudem in der langjährigen Führung einer bedeutenden bildungspolitischen Fachvereinigung wider. Aber auch das Netzwerk hdw nrw selbst agierte unter ihrer Führung zukunftsorientiert: Angesichts aktueller Transformationsprozesse wurden frühzeitig Konzepte entwickelt, um Lehrenden den didaktischen Umgang mit Künstlicher Intelligenz bei Lern- und Prüfungsszenarien zu vermitteln.
Was nach dem Ruhestand bleibt
Mit dem Ruhestand von Tobina Brinker endet eine 25-jährige Phase, die das Netzwerk hdw nrw von einer kleinen Initiative zu einer festen Größe der Hochschuldidaktik in Nordrhein-Westfalen gemacht hat. Die Struktur aus Geschäftsstelle, Leitungsteam und vertraglich abgesicherter Zusammenarbeit der 19 Hochschulen bleibt bestehen.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.







