Mariana Kotzeva: Die Vision, wie KI die öffentliche Statistik verändern soll

Mariana Kotzeva: Die Vision, wie KI die öffentliche Statistik verändern soll

In Bern diskutieren vom 28. bis 29. Oktober 2026 Vertreterinnen und Vertreter aus 40 nationalen Statistikämtern über die Rolle von KI in der öffentlichen Statistik. Organisiert vom Bundesamt für Statistik und Eurostat, geht es um die Frage, wie amtliche Daten in einer von digitalen Plattformen geprägten Gesellschaft sichtbar und vertrauenswürdig bleiben. Im Zentrum der Konferenz steht die Vision von Eurostat-Generaldirektorin Mariana Kotzeva.
Vision für Europas Statistik
Nach Aussage von Mariana Kotzeva, Generaldirektorin von Eurostat, bedeutet AI-Readiness für die öffentliche Statistik weit mehr als der bloße Einsatz künstlicher Intelligenz in einer Organisation.
Sie stellt sich vor, dass Menschen künftig über KI-Systeme in ihrer eigenen Sprache auf europäische Statistiken zugreifen können, mit korrekten Quellenangaben und eingebettetem Kontext. Diese Haltung prägt die Konferenz, die vom Bundesamt für Statistik gemeinsam mit Eurostat organisiert wird.
Rahmen der Konferenz
Zu der zweitägigen Veranstaltung in der Bundeshauptstadt kommen Delegierte der Mitgliedsländer zusammen, begleitet von rund 130 weiteren Gästen aus EU-Staaten, EFTA-Ländern und Staaten, die der EU beitreten wollen.
Diskutiert wird dabei, wie amtliche Statistik angesichts digitaler Plattformen und künstlicher Intelligenz weiterhin auffindbar, verlässlich und bedeutsam bleibt. Für die nationalen Statistikämter wird der Umgang mit künstlicher Intelligenz zu einer strategischen Herausforderung.
Grundsätze unter Druck
Qualität, Unabhängigkeit und Vertrauenswürdigkeit gelten als Grundprinzipien der öffentlichen Statistik. Kotzevas Vision setzt genau hier an: Statistikämter müssen sicherstellen, dass ihre Daten in neuen digitalen Datenökosystemen auffindbar bleiben, ohne diese Prinzipien aufzugeben.
Ein zentrales Thema der Konferenz ist deshalb ein gemeinsames Verständnis von AI-Readiness unter den europäischen Statistikämtern, ein weiteres die heutige Praxis bei Verbreitung, Verwaltung und Mehrfachnutzung öffentlicher Statistikdaten. Auch Vertreterinnen und Vertreter von Technologieunternehmen geben in Bern Einblicke in aktuelle Entwicklungen im Bereich künstliche Intelligenz.
Die Schweiz als Gastgeberin
Die Schweiz ist seit dem Inkrafttreten des bilateralen Statistikabkommens mit der EU im Jahr 2007 Mitglied des Europäischen Statistischen Systems. In ihrer Rolle als Ausrichterin bringt sie sich damit unmittelbar in die europäische Debatte über die künftige Ausrichtung der amtlichen Statistik ein.
Nach Aussage von Georges-Simon Ulrich, Direktor des Bundesamts für Statistik, trägt die Schweiz dazu bei, die Voraussetzungen zu schaffen, damit öffentliche Statistikdaten künftig von KI-Systemen genutzt werden können.







