Christoph M. Schmidt: Die Haltung, die ihm den Ludwig-Erhard-Preis 2026 einbrachte

Christoph M. Schmidt: Die Haltung, die ihm den Ludwig-Erhard-Preis 2026 einbrachte

Christoph M. Schmidt, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, erhält den Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftspublizistik 2026. Die Jury würdigt damit sein Plädoyer für einen verlässlichen Rahmen in Wissenschaft und Wirtschaft statt kurzfristiger Förderprogramme.
Die Jury würdigt Schmidt als Ökonomen mit Haltung
Die Preisjury beschreibt Schmidt als herausragenden Ökonomen mit fachlicher Expertise, konstruktiver Herangehensweise und differenzierter Argumentation. Sein Wirken sei sowohl in der wissenschaftlichen Community als auch im Transfer in Politik, Wirtschaft und Medien anerkannt. Genau dieser Transfer zwischen Forschung und Gesellschaft gilt als Kern seines Engagements.
96 Institute und 21.400 Beschäftigte stehen hinter Schmidt
Schmidt leitet als Präsident die Leibniz-Gemeinschaft, die 96 eigenständige Forschungseinrichtungen von den Natur- bis zu den Geisteswissenschaften verbindet. Die Institute beschäftigen rund 21.400 Personen, davon 12.200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Das Finanzvolumen der Gemeinschaft liegt bei etwa 2,3 Milliarden Euro.
Ordnung statt Programm: Schmidts zentrale Forderung
Für Wissenschaft und Wirtschaft plädiert Schmidt für Ordnung statt Programm. Er sieht die Lösung in einem verlässlichen Rahmen aus Infrastruktur, Förderstrukturen, Kapital und weniger Bürokratie statt immer neuer Einzelmaßnahmen. Zugleich fordert er von Ökonomen, auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen, etwa dass Deutschland wieder das Erwirtschaften vor die Umverteilung stellen müsse.
Vier Grundsätze sollen Vertrauen in die Wissenschaft schaffen
Nach Schmidts Verständnis gelingt Innovation nur dort, wo Hochschulen, Institute, Unternehmen und die Gesellschaft eng miteinander verzahnt sind. Transfer dürfe dabei nicht auf Technologietransfer verengt werden, da kein technisches Thema rein technisch sei; Geistes- und Sozialwissenschaften seien für die gesellschaftliche Akzeptanz notwendig. Für die Leibniz-Gemeinschaft leitet er daraus vier Kerngedanken ab, die Wissenschaft leiten sollen:
- Erklärungs- und Dialogbereitschaft gegenüber der Gesellschaft.
- Ehrlichkeit in der Kommunikation von Ergebnissen.
- Unabhängigkeit der Forschung von Einzelinteressen.
- Verlässlichkeit als Grundlage von Vertrauen.
Was Schmidt für die Leibniz-Gemeinschaft als Nächstes vorhat
Schmidt formuliert für die Leibniz-Gemeinschaft den Anspruch, Wissenschaft so zu gestalten, dass sie der Gesellschaft nützt und diese ihr im Gegenzug vertraut. Dieses Ziel soll die Arbeit der Institute und ihrer Beschäftigten in den kommenden Jahren leiten.







