Friedhelm Funkel: Warum ihn die Entlassung bei Fortuna Düsseldorf am meisten schmerzt

Friedhelm Funkel: Warum ihn die Entlassung bei Fortuna Düsseldorf am meisten schmerzt

Friedhelm Funkel gilt als einer der erfahrensten Trainer im deutschen Profifußball. Am bittersten traf ihn die Entlassung bei Fortuna Düsseldorf im Januar 2020, nur einen Tag, nachdem ihn der Klub noch zum Trainer des Jahres gekürt hatte. Zu diesem Zeitpunkt standen noch 15 Spiele der Saison aus.
Funkels Markenzeichen: Klubs retten, wenn es brennt
Funkel steht im deutschen Fußball für Stabilität in schwierigen Phasen. Bei Fortuna Düsseldorf führte er den Klub in der Saison 2017/2018 zur Meisterschaft in der zweiten Liga und damit zum Aufstieg. Nach dem Aufstieg schloss die Mannschaft die erste Bundesliga-Saison auf Platz zehn ab.
Im Durchschnitt blieb Funkel in seiner Karriere nach Angaben von transfermarkt.de 1,81 Jahre bei einem Verein – ein Wert, der angesichts seiner häufigen Wechsel auf den ersten Blick kurz wirkt, aber auch zeigt, wie oft Klubs ihn gezielt für Umbrüche holten.
Auch später bestätigte sich dieses Muster: Im Sommer 2021 bewahrte Funkel den 1. FC Köln in der Relegation gegen Holstein Kiel vor dem Abstieg aus der Bundesliga.
Der Weg zum Trainer des Jahres – und zur Entlassung
Mitte März 2016 wurde Funkel bei Fortuna Düsseldorf engagiert. Nach dem Aufstieg und der Rückkehr in die Bundesliga verlängerte der Klub im Dezember 2019 seinen Vertrag bis zum 30. Juni 2021 – unter der Bedingung, dass der Klassenerhalt gelingt. Die Bilanz vor der Entlassung war jedoch schwach: Aus den letzten neun Spielen holte die Mannschaft nur einen Sieg, Fortuna stand auf Platz 18 der Tabelle.
Am Vorabend seiner Entlassung gratulierte der Klub Funkel in sozialen Medien noch öffentlich zur Wahl als Düsseldorfs Trainer des Jahres. Bei der Preisverleihung selbst war kein Vertreter des Vorstands anwesend.
Die Entlassung, die alles änderte
Ende Januar 2020 kam dann die Trennung. Sportdirektor Lutz Pfannenstiel versuchte laut Funkel am Morgen der Entlassung fünfmal, ihn zu erreichen. Geschäftsführer Robert Schäfer traute sich nach Funkels Darstellung nicht, die Entlassung selbst auszusprechen. Besonders schwer wog für Funkel, dass zum Zeitpunkt des Entlassungsgesprächs die Saison noch nicht entschieden war – er sah die Mannschaft demnach auf einem guten Weg zum Klassenerhalt.
Die Kombination aus öffentlicher Ehrung am Vortag und der Art der Trennung machte diesen Moment nach eigener Darstellung zur schmerzhaftesten Entlassung seiner Laufbahn.
Wie Funkel mit Rückschlägen umgeht
Funkel ließ sich von diesem Rückschlag nicht aus der Bahn werfen. Statt sich zurückzuziehen, übernahm er wenig später neue Aufgaben und bewies beim 1. FC Köln in der Relegation 2021 erneut seine Stärke in Drucksituationen. Diese Fähigkeit, auch nach schweren persönlichen Enttäuschungen weiterzuarbeiten, prägt seinen Ruf im deutschen Fußball bis heute.
Was als Nächstes für Funkel ansteht
Im Sommer 2024 übernahm Funkel, mittlerweile 72 Jahre alt, den 1. FC Kaiserslautern als Nachfolger von Dimitrios Grammozis. Mit dem Zweitligisten erreichte er das DFB-Pokalfinale, unterlag dort jedoch Bayer Leverkusen knapp mit 1:0.







