Wer ist Martin Walzl, Gründer der Walzl Automobile GmbH?

Wer ist Martin Walzl, Gründer der Walzl Automobile GmbH?

Eine Hebebühne, ein Schweißgerät und eine klare Vorstellung davon, in welchem Zustand ein Fahrzeug die Werkstatt verlassen soll: Damit gründete Martin Walzl 2015 in Wolfsberg seinen eigenen Betrieb. Hinter der zunächst überschaubaren Ausstattung stand jedoch ein Berufsweg, der von der Kfz-Werkstatt bis in die Produktionshallen internationaler Automobilhersteller führte. Heute widmet er sich bei der Walzl Automobile GmbH vor allem der Restaurierung und Instandsetzung klassischer Fahrzeuge.
Vom Kfz-Mechaniker zum Prozessoptimierer
Der berufliche Weg von Martin Walzl begann mit einer Kfz-Mechanikerlehre und der anschließenden Meisterprüfung. Berufsbegleitend absolvierte er außerdem die HTL für Maschinenbau sowie eine Ausbildung in den Bereichen Produktions- und Qualitätsmanagement. Rund 15 Jahre war er bei einem großen Automobilzulieferer tätig. Danach arbeitete er selbstständig in der internationalen Prozess- und Produktionsoptimierung, auch in Projekten für deutsche Premiumhersteller. Diese Erfahrungen prägen bis heute seine Arbeit in seiner Werkstatt. Martin Walzl kennt sowohl die praktische Arbeit am Fahrzeug als auch die Abläufe und Qualitätsanforderungen industrieller Produktion. Bei der Fehlersuche setzt er deshalb auf eine systematische Analyse. Sein Grundsatz lautet: Qualität entsteht während der Arbeit und nicht bei der abschließenden Kontrolle.
Oldtimer-Restaurierung in Wolfsberg seit 2015
Die ursprüngliche Idee war, Fahrzeuge technisch und optisch in einen Top-Zustand zu bringen. In der Praxis zeigte sich jedoch, dass die passende Zielgruppe für entsprechend hochwertig restaurierte Fahrzeuge schwierig zu erreichen war. Der aktuelle Schwerpunkt liegt auf einem spezialisierten Werkstattbetrieb für Oldtimer und Youngtimer sowie auf deren Reparatur und Restaurierung. Neue Kunden kommen nach seinen Angaben bis heute überwiegend über persönliche Empfehlungen zur Walzl Automobile GmbH. Rückblickend brachte dies Martin Walzl die Erkenntnis, dass es viele Händler, aber nur wenige Betriebe gibt, die wirklich in der Lage sind, Fehler an historischen Fahrzeugen zu analysieren und nachhaltig zu beseitigen.
Warum klassische Fahrzeuge Erinnerungen bewahren
Auf die Frage nach dem beeindruckendsten beruflichen Erlebnis nennt Martin Walzl weder ein bestimmtes Projekt noch eine Umsatzzahl. Besonders wichtig ist für ihn der Moment, in dem Kunden ihr Fahrzeug nach der Restaurierung wiedersehen und es technisch so funktioniert, wie sie es sich vorgestellt haben. Viele seiner Kunden sind zwischen 40 und 60 Jahre alt und erfüllen sich mit einem klassischen Fahrzeug einen lang gehegten Wunsch. Oldtimer und Youngtimer sind für sie nicht nur „Fahrzeuge“, sondern Dinge mit persönlichem Bezug zur eigenen Vergangenheit. Welche Fahrzeuge nachgefragt werden, verschiebt sich von Generation zu Generation. Das Werkstattkredo lautet: „Der Kunde soll zurückkommen, nicht das Fahrzeug“.
Qualität in der Oldtimer-Werkstatt
Menschen, die Martin Walzl zum ersten Mal begegnen, erleben ihn nach seiner eigenen Einschätzung häufig als sehr direkt. Besonders deutlich zeigt sich das bei der Planung umfangreicher Restaurierungen. Einen verbindlichen Kostenvoranschlag könne man bei einem klassischen Fahrzeug meist erst nach der Demontage seriös erstellen. Rostschäden, frühere Reparaturen oder technische Mängel werden häufig erst sichtbar, wenn Verkleidungen, Karosserieteile oder Baugruppen entfernt wurden. Beurteilungen vor dieser Analyse bleiben deshalb unseriös.
Oldtimer erhalten statt vorschnell ersetzen
Auch die Diskussion über die Umweltbelastung klassischer Fahrzeuge betrachtet Martin Walzl kritisch. Aus seiner Sicht sollte nicht nur der Kraftstoffverbrauch berücksichtigt werden, sondern auch der Ressourcenaufwand, der bei der Herstellung eines neuen Fahrzeugs entsteht. Deshalb hält er Instandhaltung, Reparatur und langfristige Nutzung häufig für sinnvoller als einen regelmäßigen Fahrzeugwechsel. Sein Ansatz lautet nicht, technische Entwicklungen abzulehnen, sondern bestehende Fahrzeuge möglichst lange in einem zuverlässigen Zustand zu erhalten. Bei der Walzl Automobile GmbH steht daher nicht die kurzfristige Aufbereitung für den Verkauf im Mittelpunkt. Entscheidend ist vielmehr, technische Probleme gründlich zu beheben und die Substanz eines klassischen Fahrzeugs langfristig zu bewahren. „Ein Auto, das nicht mehr fahren kann, wenn die Software abstürzt, ist kein Fortschritt, das ist Rückschritt mit Bildschirm“, lautet ein Zitat des ehemaligen VW-Konzernchefs Herbert Diess, dem Walzl zustimmt.
Nachfolge und Wissenstransfer
Inzwischen beschäftigt Martin Walzl zunehmend die Frage, wie sein Betrieb und das darin aufgebaute Fachwissen weitergeführt werden können. Besonders Kenntnisse über Vergasertechnik, klassische Motoren und ältere Fahrzeugkonstruktionen werden in modernen Ausbildungen nicht umfassend vermittelt. Dieses Spezialwissen sowie seinen Betrieb möchte er gerne an eine nächste Generation weitergeben. Walzl ist auch aktiv auf der Suche nach einem Nachfolger. Interessierte dürfen sich gerne jederzeit melden. Die technische Ausstattung des Betriebs und ein europaweites Netzwerk aus Fachleuten bieten dafür seiner Einschätzung nach gute Voraussetzungen. Fachlich hält sich Martin Walzl durch den regelmäßigen Austausch mit Kollegen und durch Messebesuche auf dem Laufenden. Denn auch bei historischen Fahrzeugen entwickeln sich Reparaturmethoden, Werkzeuge und Möglichkeiten zur Beschaffung seltener Ersatzteile laufend weiter.
Weitere Informationen über Martin Walzl und die Oldtimer-Restaurierung in Wolfsberg finden Interessierte unter www.oldtimer-restaurierung.at.
Impressum:
Walzl Automobile GmbH
Dunantstrasse 7
9400 Wolfsberg
0043 69917230954
m.walzl@gmx.net
www.oldtimer-restaurierung.at







