René Benko: Die Fußfessel, die den Fall des Signa-Gründers besiegelt

René Benko: Die Fußfessel, die den Fall des Signa-Gründers besiegelt

René Benko, Gründer der Immobilien- und Handelsgruppe Signa, verbüßt seine Haftstrafe künftig im elektronisch überwachten Hausarrest statt im Gefängnis. Das Landesgericht Innsbruck genehmigte den Wechsel, nachdem der frühere Immobilieninvestor Ende September rechtskräftig wegen betrügerischer Krida zu 30 Monaten Haft verurteilt worden war.
Das Urteil, das Benkos Fall besiegelte
Den Antrag auf den Wechsel von der Zelle in den Hausarrest hatte Benkos Anwalt gestellt. Er argumentierte, sein Mandant könne sich außerhalb des Gefängnisses besser auf weitere Verfahren vorbereiten. Verhaftet worden war Benko bereits im Januar 2025.
Wie Benko mit Signa über 20 Jahre ein Imperium aufbaute
Benko baute mit seiner Immobilien- und Handelsgruppe Signa über rund 20 Jahre ein milliardenschweres Firmengeflecht auf. Zu seinen bekanntesten Zukäufen zählten die Warenhausketten Karstadt und Kaufhof.
Steigende Zinsen, hohe Baukosten und diese risikoreichen Zukäufe setzten dem Konzern zu, bis Signa schließlich zusammenbrach. Auch an der Schweizer Kette Globus war Signa beteiligt; das operative Geschäft übernahm später die Central Group.
Der Mietkostenvorschuss, der zur Anklage wurde
Zum Verhängnis wurde Benko laut Gericht ein Mietkostenvorschuss von 360.000 Euro für ein Anwesen in Innsbruck. Er leistete die Zahlung, obwohl sein Firmenimperium zu diesem Zeitpunkt bereits in kritischem Zustand war.
Das Landesgericht Innsbruck befand, dass Benko seine Gläubiger damit betrügerisch geschädigt hat. Ende September verurteilte das Gericht ihn deshalb rechtskräftig wegen betrügerischer Krida.
Hausarrest statt Gefängniszelle: Was sich für Benko ändert
Seit Mitte Oktober verbüßt Benko seine Strafe im elektronisch überwachten Hausarrest. Diese Vollzugsform ist im österreichischen Strafrecht vorgesehen und bindet Betroffene an feste Aufenthaltszeiten sowie technische Kontrollen über die Fußfessel.
Laut seinem Anwalt lässt sich die Vorbereitung auf anstehende weitere Verfahren von zuhause aus leichter bewältigen als aus der Haftanstalt heraus. Benkos Alltag richtet sich damit nach den vorgegebenen Zeitfenstern des Hausarrests statt nach dem Tagesablauf einer Justizanstalt.







