Günther Jauch: Die Kindheitsohnmacht, die er erst jetzt öffentlich macht

Günther Jauch: Die Kindheitsohnmacht, die er erst jetzt öffentlich macht

Günther Jauch gilt seit Jahrzehnten als einer der bekanntesten Fernsehmoderatoren Deutschlands. In einer aktuellen Folge von „Wer wird Millionär?“ erzählt der 70-Jährige erstmals öffentlich von einem Moment aus seiner Kindheit, der ihm beinahe das Bewusstsein für immer gekostet hätte. Ausgelöst wurde die Erinnerung durch eine Kandidatenfrage zu aktuellen Bestsellern.
Die Episode zeigt eine private Seite des Moderators, der sonst vor allem für seine Routine und seine Schlagfertigkeit im Quiz bekannt ist. Dass er ausgerechnet in seiner eigenen Sendung eine so persönliche Geschichte teilt, überrascht viele Zuschauer.
Was geschah bei der Fronleichnamsprozession?
Jauch war als Kind Ministrant in der katholischen Kirchengemeinde Heilige Familie in Berlin-Lichterfelde. Damals, mit zehn Jahren, sollten Ministranten nüchtern zur Messe erscheinen, weshalb er vor der Prozession nichts gegessen hatte. In der Sonne wurde ihm während der Prozession schwindelig, kurz darauf verlor er das Bewusstsein.
Der Zusammenbruch ereignete sich mitten im Umzug, vor den Augen der Gemeinde. Für den jungen Jauch muss der Moment beängstigend gewesen sein, auch wenn er heute gelassen davon erzählt.
Wie wurde ihm geholfen?
Mehrere ältere Frauen aus der Gemeinde reagierten sofort: Sie beträufelten ihre Taschentücher mit Kölnisch Wasser 4711 und hielten sie dem bewusstlosen Jungen vor das Gesicht. Jauch berichtet, dass er dadurch binnen kurzer Zeit wieder bei Bewusstsein war und sich rasch erholte.
Die Anekdote blieb ihm offenbar so präsent, dass er sie Jahrzehnte später im eigenen Studio erzählt – ausgelöst durch eine Quizfrage, bei der das berühmte Duftwasser eine Rolle spielte.
Was steckt hinter der aktuellen Sendung?
Ausgestrahlt wurde die besagte RTL-Ausgabe am Abend des 26. Oktober 2026 zur besten Sendezeit um 20:15 Uhr. Im Zentrum der Ausgabe stand die Kandidatin Heike Claßen, die bei der 8.000-Euro-Frage einen Romantitel von Ewald Arenz erkennen musste. Nach dem Einsatz des 50:50-Jokers verblieben „Siebenundvierzig, elf“ und „Fünf, sechs, sieben, acht“ auf dem Monitor. Da die Kandidatin die Marke 4711 scherzhaft abtat, entschied sie sich für den verbleibenden Titel „Fünf, sechs, sieben, acht“ und lag damit richtig.
Die anschließende Szene um den Zusatzjoker aus dem Publikum brachte Jauch spürbar ins Grübeln, da im Studio kurzzeitig Unklarheit über die genauen Richtlinien für wiederkehrende Publikums-Joker herrschte. Eine offizielle Computereinblendung stellte schließlich die geltende Regel klar, wonach Zusatzjoker unbegrenzt oft im Studio aufstehen dürfen.
Was die Geschichte über Jauch als Moderator zeigt
Dass Jauch eine Kindheitserinnerung mit einem Hauch Selbstironie präsentiert, passt zu seinem Stil: nüchtern, pointiert, ohne Dramatisierung. Genau diese Mischung aus Nähe und Distanz hat ihn über Jahrzehnte zu einem der verlässlichsten Gesichter des deutschen Fernsehens gemacht.







