Wer ist Kurt Kotrschal?

Wer ist Kurt Kotrschal?

Kurt Kotrschal ist ein österreichischer Verhaltensbiologe, der mit seinem Buch „Unser Recht auf ein Leben mit Tieren“ ein neues Verhältnis zwischen Mensch und Tier einfordert. Darin argumentiert er, dass von der Mücke bis zum Rind alle Tiere moralische Behandlung verdienen. Das Werk ist im Residenz Verlag erschienen.
Damit knüpft Kurt Kotrschal an ein Thema an, das ihn seit Jahren beschäftigt: die gemeinsame Entwicklungsgeschichte von Mensch und Tier und deren Bedeutung für das menschliche Wohlbefinden.
Was fordert Kurt Kotrschal in seinem neuen Buch?
Kotrschal argumentiert, dass Menschen historisch nie ohne andere Tiere gelebt haben. Die Domestizierung von Nutztieren wie Schafen und Rindern habe vor etwa 10.000 Jahren begonnen. Menschen, die mit Hunden oder Katzen zusammenleben, seien nach seiner Einschätzung körperlich und geistig gesünder.
Die Fleischproduktion bezeichnet er als ethisch untragbar und verweist auf deren erhebliche ökologische Auswirkungen. Staatliche Fleischverbote lehnt er zugleich als totalitär ab. Stattdessen verknüpft er einen reduzierten Fleischkonsum mit Bildung und wachsendem Bewusstsein.
Wie beschreibt Kurt Kotrschal die Geschichte von Mensch und Tier?
Als Wendepunkt sieht Kotrschal die Antike, als griechische Philosophen Tieren die Vernunft absprachen. Das Christentum habe seiner Darstellung nach zusätzlich Überlegenheitsgedanken gegenüber Tieren gefördert.
Gleichzeitig verweist er darauf, dass Neugeborene weltweit starkes Interesse für Tiere zeigen und fast alle Kinder sich mit ihnen in Beziehung setzen wollen. Erst in der Pubertät hänge das Interesse an Tieren und Natur individuell von der Umgebung ab.
Wofür ist Kurt Kotrschal bekannt?
Bereits 2014 veröffentlichte Kotrschal mit „Einfach beste Freunde“ ein Buch zur gemeinsamen Evolution von Mensch und Tier, erschienen im Verlag Christian Brandstätter in München. Darin argumentierte er, dass Menschen durch die evolutionäre Auseinandersetzung mit Tieren zu dem geworden seien, was sie sind, und dass Tierliebe eine Voraussetzung für Menschenliebe sei. Der Rezensent Eckhard Fuhr fand die zentrale Idee zur evolutionären Rolle von Tieren interessant, bezweifelte jedoch, dass Tierliebe notwendig für Menschenliebe sei.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.







