Martin Puntigam: Warum der Science Buster jetzt einen Heiligen erfindet

Martin Puntigam: Warum der Science Buster jetzt einen Heiligen erfindet

Mit 57 Jahren bringt der Grazer Kabarettist Martin Puntigam ein neues Soloprogramm auf die Bühne, das sich intensiv mit den Dynamiken einer radikalisierten Gegenwart auseinandersetzt. Der Titel „Der Heilige Puntigam“ verweist dabei auf einen historischen Namensvetter aus der eigenen Familiengeschichte.
37 Jahre auf der Bühne
Der Künstler blickt mittlerweile auf eine 37-jährige Bühnenkarriere zurück. Gemeinsam mit der von ihm mitbegründeten Formation „Science Busters“ bringt er komplexe wissenschaftliche Themen verständlich und humorvoll auf die Bühne.
Vom Medizinstudium zum Kabarett
Nach dem Abbruch seines Medizinstudiums widmete er sich ganz dem Theater. In seiner Solokarriere beschäftigte er sich zunächst mit Figuren skrupelloser Menschen, später zunehmend mit Charakteren, die trotz schlechter Ausgangslage nach schnellem Reichtum streben und dabei bestehende soziale Ungleichheiten vollständig ausblenden.
Die Idee zum heiligen Puntigam
Die Entscheidung, die neue Bühnenfigur des „Heiligen Puntigam“ zu entwickeln, entstand als künstlerische Reaktion auf die zunehmende gesellschaftspolitische Polarisierung und eine als immer absurder empfundene Weltordnung.
Wissenschaft statt Meinung
Für den Kabarettisten ist die Wissenschaft kein austauschbares Meinungsbild, sondern ein empirisches System des Denkens, das den Menschen vor Selbsttäuschung schützt. Diese rationale Haltung spiegelt sich auch im visuellen Markenzeichen der „Science Busters“ wider – dem unverkennbaren, eng anliegenden rosafarbenen Oberteil.
Das Kleidungsstück war ursprünglich dem Siegertrikot des Giro d’Italia nachempfunden. Der Künstler wählte die markante Farbe in den frühen 2000er-Regierungsjahren ganz bewusst, um mit der exzentrischen Kombination gesellschaftspolitisch rückschrittliche Reaktionen im Kulturbetrieb zu provozieren. Nach seiner festen Überzeugung vermag Humor Menschen im Kern jedoch nicht zum fundamentalen Umdenken zu bewegen, sofern sie diese Absicht nicht ohnehin schon in sich tragen.
Premiere in Graz und Wien
Die Premiere von „Der Heilige Puntigam“ findet im traditionsreichen Theatercafé in Graz statt, während die darauffolgenden Termine für das Wiener Publikum im Kabarett Niedermair angesetzt sind. Das Soloprogramm wird als eine Art humoristischer Ausnahmezustand und geschmeidige Engtanzrunde der gepflegten Unterhaltung angekündigt. Damit setzt der Künstler seine Reihe gesellschaftskritischer Arbeiten konsequent fort.







