König Haakon VIII.: Der Scherz, der Norwegens Ex-Kronprinzen zum Spott macht

König Haakon VIII.: Der Scherz, der Norwegens Ex-Kronprinzen zum Spott macht

Seit seiner Thronbesteigung amtiert Haakon als König Haakon VIII. Im Land kursieren seither Spitznamen wie Beraterkönig, Neun-bis-vier-König oder der Vergleich mit einem Gemeinderat in einer kleinen Kommune.
Royal-Experten sorgen sich, dass Haakons förmlicher, beraterhafter Auftritt zu wenig von seiner Persönlichkeit zeige. Sie befürchten, dass die Norweger ihren neuen König dadurch nur schwer kennenlernen und keine enge Bindung zu ihm aufbauen können.
Ein Scherz als Zäsur
Bei einem Essen für das Storting Anfang Oktober 2026 verglich Haakon sich selbst scherzhaft mit jemandem, der seit 35 Jahren als mittlerer Manager in einem mittelgroßen Staatsbetrieb arbeitet. Die Gäste reagierten mit großem Gelächter, doch unter Royal-Experten herrscht Uneinigkeit darüber, ob die Worte nur Selbstironie waren oder tatsächlich sein nüchternes Amtsverständnis offenbaren.
Kritik vor dem Dinner
Die Royal-Expertin Trine Villemann sieht einen wesentlichen Grund für die kritische Situation im Personalmangel am Hof, der dem König offenbar wenig Spielraum lässt, seinen Auftritt nachzujustieren.
Der Ruf nach Nähe
Nach seiner Einschätzung müssen die Menschen einen König mögen können, und genau das verhindere Haakons Beraterstil, weil er ihn nicht richtig bekannt werden lasse.
Hinzu kommt die Kritik, dass der König sein Amt wie eine Tätigkeit mit festen Arbeitszeiten verstehe und sich in seiner Freizeit kaum von seinen Pflichten abgrenzen oder sie zugunsten seiner Familie zurückstellen könne.
Die Lage am Hof
Zusätzlichen Druck erzeugt die aktuelle Abwesenheit von Königin Mette-Marit, die ihre Prioritäten vorerst auf private und familiäre Verpflichtungen legt. Da eine Ausweitung ihres offiziellen Terminkalenders erst im Laufe des kommenden Jahres erwartet wird, bestreitet Haakon die öffentlichen Auftritte der Monarchie derzeit weitgehend allein.

